Corona verhindert Limmatschwimmen auch 2021!


(Sw.) – Es hat nicht sollen sein. Wochenlang haben wir gehofft und die Bundesrats-Medienkonferenz von Ende Mai nährte neue Hoffnung. Die Realität ist eine andere: Detailbestimmungen und Richtlinien Dritter verhindern auch 2021 die Durchführung des traditionellen Limmatschwimmens. Daran ändert auch der neue Öffnungsschritt vom 23. Juni 2021 nichts.

Bevor wir auf die Gründe der Absage zu sprechen können, bedanken wir uns bei Regierungsrat Mario Fehr und seinem kantonalen Sportamt-Chef Stefan Schötzau. Lange vor dem vermeintlichen Durchbruch an der Medienkonferenz des Bundesrates vom 26. Mai signalisierten die beiden Herren das starke Interesse des Kantons an einer Durchführung des Limmatschwimmens. Gescheitert ist es am Ende an mehreren Details.

  • Die zuständigen Bewilligungsinstanzen beim Kanton sowie bei der Stadt Zürich kooperierten sehr konstruktiv, konnten uns jedoch nur in Ansätzen die Bedingungen zur Durchführung formulieren. Wir befanden uns auf einem weissen Feld bezüglich Schutzkonzept.
  • Den Startbereich hätten wir für ein einziges Mal komplett umgestalten und möglicherweise absperren müssen. Wie die Teilnehmer danach zum Frauenbad geleitet worden wären, wäre völlig offen gewesen.
  • Das Sportamt der Stadt Zürich befindet sich auch unter Druck der veranstaltungs-unabhängigen Bevölkerung der Stadt Zürich. Unserem Wunsch nach einer Alleinnutzung des Zielortes «Oberer Letten» wurde zurückhaltend begegnet. Denn das Sportamt leidet ebenfalls unter den verfügten Nutzungsbeschränkungen dieser Badi. 
  • Bereits in diesem Gespräch erkannten wir, dass der obere Letten ein echter Knackpunkt darstellte. Der von uns erwogene Verzicht auf einen Kleidertransport wäre zwingend gewesen. Gut möglich, dass es im August keine Nutzungsbeschränkungen mehr gibt. Falls doch, hätten wir den Aufenthalt aufgrund der laufend eintreffenden Schwimmer*innen unattraktiv machen müssen. Der geplante Verzicht auf die Ausgabe vom warmem Tee wäre eine Massnahme gewesen. Ob die Aufforderung an die Teilnehmer zum raschen Verlassen des Bades gut angekommen wäre, bezweifeln wir. Sieht so Freude in der Freizeitgestaltung aus?
  • Weiter realisierten wir, dass der Bundesrat und das federführende Bundesamt für Gesundheit nur Veranstaltungen mit Sitz- oder Stehpflicht kennen. haben. Events scheinen für unsere Regierung Mannschaftssportarten mit Publikum, Konzerte/Open-Airs oder Fach- und Publikumsmessen zu sein. Veranstaltungen wie das Limmatschwimmen ohne eigentliche Sitz- oder Stehplätze fallen offenbar unter dem Radar durch.
  • Fakt ist, dass theoretisch ab Mitte Jahr wieder Grossanlässe mit mit mehr als 1'000 Personen stattfinden können, wenn die Teilnehmer ein Covid-Zertifikat vorweisen können. Das Limmatschwimmen mit einer Kapazität von 4'500 über 4,5 Stunden fällt in diese Kategorie.
  • Somit wäre keine Maskenpflicht mehr nötig, aber ein Covid-Zertifikat? Als ehrenamtliche tätige Organisation sind wir wirtschaftlich auf den Anlass nicht angewiesen. Diese Bedingungen führen zu personellem, finanziellem und zeitlichem Mehraufwand. Am jetzigen Startort ist das schlicht nicht möglich.
  • Angesichts der eher geringen Teilnehmergebühr des Limmatschwimmens würden sich für einen Teilnehmer die Kosten unter Umständen massiv verteuern.

Wir als Organisation wollen diese Abgrenzung von genesenen, geimpften und getesteten Personen von einfach «nur» gesunden Menschen nicht vornehmen und wählten den Akt der Vernunft. In Absprache mit Hauptsponsor ewz hoffen wir, dass die Pandemie am 20. August 2022 überwunden sein wird, damit wir wieder mit Freude und ohne Schranken einen tollen Anlass für die Zürcher Bevölkerung ermöglichen können. Danke fürs Verständnis.